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Genetische Untersuchungen an Wölfen in Brandenburg

Welzower Rüde (03. 02.2013) © A. Pfeiffer Belastbare Fakten über den Wolfsbestand in Brandenburg, den Zustand der Rudel und das Verhalten der Tiere gewinnt das Landesamt für Umwelt auch mittels genetischer Untersuchungen. In Zusammenarbeit mit der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung werden damit beispielsweise Fragen zur Verwandtschaft der Wölfe untereinander, zu eventueller Inzucht oder zu Vorkommen von Wolf-Hund-Hybriden geklärt. Diese Daten gewähren aber auch Einblick in das Leben einzelner Wölfe in ihren Territorien.

Grundlage für die genetischen Untersuchungen sind frische Proben von Gewebe und Blut toter oder verletzt aufgefundener Wölfe, Kot, Urin, Haare, Östrusblut. Auch Speichelproben (z. B. von Nutztierrissen) können sich eignen. Während kurzfristig feststellbar ist, ob das Probematerial von einem Wolf oder z. B. von Hunden oder Füchsen stammt, erfordert die Untersuchung von Abstammung und Verwandtschaft einen ungleich höheren Aufwand.

Bis heute wurden durch das international anerkannte Senckenberg Labor für Wildtiergenetik in Gelnhausen 1086 Proben mit Genmaterial aus Brandenburg untersucht. Darunter waren auch 200 ältere, seit 2006 gesammelte Proben, die dank einer Kooperation zwischen dem Land Brandenburg und dem WWF aufgearbeitet wurden. Bis November 2017 liegen genetische Daten von 263 lebenden oder toten Wölfen aus Brandenburg vor (verkehrstote Wölfe, illegale Abschüsse oder natürliche Todesursachen). Diese Daten haben einen hohen Wert für die Bestandskontrolle, das wissenschaftliche Wolfsmonitoring. Eine erste Zusammenfassung der Ergebnisse legte die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung im Jahr 2013 vor. Jährlich, zuletzt für das Wolfsjahr 2016/2017 werden die Analysen mit neusten Daten weitergeführt. Grundsätzliche Bedeutung haben folgende Erkenntnisse:

  • Die brandenburgischen Wölfe sind Teil der Deutsch-Westpolnischen Wolfspopulation. Hinweise illegale Aussetzungen von Wölfen durch den Menschen gibt es in Brandenburg auch aus genetischer Sicht nicht.
  • Es gibt keine genetischen Hinweise auf Hybridisierung (Wolf-Hund-Mischlinge).
  • Die genetische Vielfalt hat ein normales Ausmaß. Durch Zuwanderung und Populationsexpansion wird die sonst in kleinen Populationen unvermeidliche Inzucht ausgeglichen. Inzucht spielt in Brandenburg derzeit keine Rolle.
  • Brandenburg ist nicht nur ein Einwanderungsland für Wölfe; von hier abgewanderte Tiere konnten durch bundesweiten und Datenaustausch in anderen Bundesländern, wie auch in mehreren europäischen Staaten genetisch nachgewiesen werden.
  • Erste Aussagen zu verwandtschaftlichen Beziehungen der Wölfe in Brandenburg sind durch laufenden Datenabgleich der Bundesländer und möglichst präziser Beobachtung der Entwicklungen in den Wolfsrudeln möglich geworden.
Verantwortlich: Steffen Butzeck

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