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Klimagasinventur

Eine Bilanz, die über die energiebedingten CO2-Emissionen hinausgeht

Zu den zentralen Handlungsfeldern einer nachhaltigen Entwicklung gehören wirksame Vorsorgemaßnahmen zum Schutz des Klimas. Aus diesem Grund hat der Landtag Brandenburg im Dezember 2003 den Auftrag für die Entwicklung eines integrierten Klimaschutzmanagements erteilt und im Juli 2008 den landespolitischen "Maßnahmenkatalog zum Klimaschutz und zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels" verabschiedet.

Durch menschliche Aktivitäten nahm die bodennahe mittlere globale Lufttemperatur über die letzten 40 Jahre um 0,7 Kelvin (K), regional für Brandenburg um 1 K zu. Der globale Meeresspiegel erhöhte sich zeitgleich um 10 bis 25 Zentimeter. Die Hauptursache liegt in der Verbrennung fossiler Energieträger mit der Emission von Treibhausgasen wie Kohlendioxid (CO2). Mit einer Verweildauer in der Atmosphäre von etwa 100 Jahren ist CO2 weltweit mit 50 Prozent, im Land Brandenburg sogar mit 95 Prozent an den anthropogenen Treibhausgasemissionen der auf der 3. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention in Kyoto festgelegten Treibhausgase beteiligt.

Die Verantwortung des Landes Brandenburg vor allem bei der CO2-Minderung ist durch den maßgeblichen Anteil der Braunkohle mit ihrem hohen CO2-Potenzial an der Stromerzeugung für den Eigenbedarf des Landes und die Versorgung anderer Bundesländer und Nachbarstaaten sowie die noch bestehenden Effizienzdefizite der Energiebereitstellung und -nutzung gegeben.

Braunkohle emittiert mit 0,40 Kilogramm/Kilowattstunde (kg/kWh) Brennstoffeinsatz bedeutend mehr Kohlendioxid als Erdgas (0,20 kg/kWh), Heizöl (0,26 kg/kWh) oder Steinkohle (0,33 kg/kWh). Die Landesregierung hat sich dafür ausgesprochen, an der Stromerzeugung aus Braunkohle, festzuhalten und damit zum gesamtdeutschen Strommix beizutragen. Die Nutzung der Braunkohle in Brandenburg ist jedoch nur langfristig mit den Maßnahmen der Klimavorsorge vereinbar, wenn das Ziel, eine von CO2-Emissionen freie Braunkohleverstromung bei sehr hoher Kraftwerksflexibilität erfolgreich ist. Die rationelle Energieverwendung sowie der umfassende Ausbau der Erneuerbarer Energien und der Energienetze bilden die prioritären Handlungsschwerpunkte der Energiestrategie 2030. Das klimapolitische Ziel der Landesregierung ist mit der "Energiestrategie 2030" neu gefasst worden und hat eine Absenkung der energiebedingten CO2-Emissionen auf 25 Mio. Tonnen für 2030 zum Gegenstand. Dies entspricht einer Minderung um 72 Prozent gegenüber 1990.

Aktuell werden im Land Brandenburg energiebedingt 58,0 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr emittiert. Nach mehreren Jahren des Anstiegs ist erstmals wieder eine positive Entwicklung zu verzeichnen. Die CO2-Emissionen haben wieder das Niveau von 2008/2010 erreicht. Begründet ist die Entwicklung der letzten Jahre vorrangig durch die vermehrte Nutzung der Kohlekraftwerke nach der Stilllegung einzelner Kernkraftwerke. Die Entwicklung geht auch zu Lasten von Gaskraftwerken und industriellen bzw. kommunalen Heizkraftwerken. Der Stromexport Brandenburgs, der vor allem durch die Braunkohlenkraftwerke begründet ist, trägt zur weiteren Belastung der Übertragungsnetze und somit zur Behinderung der Systemintegration der Erneuerbaren Energien bei.

Entsprechend der aktuellen Klimagasinventur entstanden fast 75 Prozent der CO2-Gesamtemission im Jahr 2014 bei der Veredelung von Primärenergieträgern zur Bereitstellung von Endenergieträgern (Strom, Fernwärme, sonstige Kohle- sowie Mineralölprodukte) für den Inlandsbedarf und andere Bundesländer. Zwei Drittel der erzeugten Endenergieträger wurden aus Brandenburg ausgeführt. Diese verursachten über 40 Prozent der CO2-Emission. Der Hauptanteil entfällt auf den ausgeführten Strom. Dieser ist eine wesentliche Ursache dafür, dass die Pro-Kopf-Emission in Brandenburg mit 23,7 Tonnen mehr als das Doppelte des Bundesdurchschnitts beträgt. Aber auch ohne Stromausfuhr liegt die Pro-Kopf-Emission noch um 50 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Da die Region Berlin-Brandenburg auch energiewirtschaftlich als Gemeinschaft betrachtet werden kann werden erstmals auch die gemeinsamen Pro-Kopf-Emissionen ausgewiesen. Für 2012 betrugen sie 13,5 Tonnen bei einer CO2-Gesamtemission von 78 Mio. Tonnen.

Die Nutzung der Erneuerbaren Energien hat einen deutlichen Beitrag zur Vermeidung eines zusätzlichen Emissionsanstieges beigetragen. Wäre diese Energiemengen in konventionellen Strom- und Wärmeerzeugungsanlagen produziert worden, hätte das Land im vergangenen Jahr über 15 Mio. Tonnen CO2 mehr emittiert.

Letzte Aktualisierung: 22.03.2016

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Kontakt:

Landesamt für Umwelt
Abteilung Technischer Umweltschutz 1
Referat T 14 - Klimaschutz,
Luftqualität, Nachhaltigkeit
Carsten Linke
Tel.: 033201/ 442-322
E-Mail: Carsten Linke